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Sportartikelhersteller führt nur neue Kollektion – Ihr Trikot kann leider nicht nachbestellt werden

16 Februar 2018

„Das Trikot kann leider nicht nachbestellt werden, es gibt eine neue Kollektion des Herstellers“, sagt die nette Person an der anderen Seite des Telefons. Bitte was? Ich habe mich nach einem mehrmonatigen Auswahlprozess für Trikots und Shorts eines bekannten amerikanischen Sportartikelherstellers entschieden. Die Herren sollten als Pilotprojekt ausgestattet werden und dann sollten alle Mannschaften nach und nach einheitlich eingekleidet werden. Ich hatte Preise von Sportart-spezifischen und allgemein bekannten großen Sportartikelherstellern verglichen. Ich hatte mir die Produkte zeigen lassen, hatte mir die Größen angeschaut, ob es die Produkte einheitlich in Damen- und Herren-Schnitten gibt und das in Größen von 128-2XL. Jede Spielerin und jeder Spieler sollte die Farben des Vereins gleichermaßen nach außen repräsentieren. Das Produkt sollte hochwertig sein und gleichzeitig preislich über mehrere Jahre stabil und akzeptiert sein. Schließlich müssen die Eltern und Mitglieder die Ausstattung bezahlen, während ich die Entscheidung für eine einheitliche Ausstattung getroffen habe. Ich hatte sogar langfristige Ausstatterverträge, die sich als einseitige Abnahmeverträge entpuppten, und Sponsoring-Möglichkeiten abgeklopft. (mehr …)

Faire Mode zu fairen Preisen: Wie machen wir das?

09 Februar 2018

Die Textilindustrie, wie so ziemlich jede andere Industrie, ist nach Jahren von Kostenreduktion, zunehmender Globalisierung und Effizienzsteigerung mächtig in Verruf geraten. Nahezu täglich hört man schockierende Meldungen aus aller Welt: Manche Produzenten sollen nicht verkaufte Saison-Mode nur wenige Wochen nach der Produktion vernichten; in Bangladesch kommen hunderte Frauen und Kinder bei einem Fabrikbrand ums Leben; und immer wieder finden sich geheime Hilferufe in Labels bekannter Modemarken, die auf die niederen Bedingungen in der Textilproduktion aufmerksam machen. Teenies probieren Mode von bestimmten Herstellern nicht mal mehr an, weil der Extraaufwand – Klamotten aus, neue Klamotten an, neue Klamotten aus, alte Klamotten an – den meisten zu viel ist und sie lieber zu Hause anprobieren. Sollten die neu ersteigerten Klamotten nicht passen, werden sie einfach entsorgt. (mehr …)

Standards in der Textilbranche

01 Februar 2018

Wie viele andere Branchen der Welt, setzt auch die Textilindustrie seit Jahren auf das Instrument der Produktkennzeichnung durch sogenannte Labels, um Verbraucher/innen bestimmte Produkteigenschaften auf einen Blick erkennbar zu machen und die Kaufentscheidung somit zu vereinfachen oder gar zu beeinflussen.

Eine kurze Internet-Recherche hat über 120 weltweit existierende Öko- und Sozial-Textillabel ergeben, hinter denen ein definierter Standard steht. Die Abbildung unten zeigt eine Übersicht über diese 120 weltweit existierenden Textilsiegel, welche von über 100 Organisationen vergeben werden. Diese Übersicht hat selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, im Gegenteil. Sie zeigt aber dennoch mit welcher Flut von Siegeln es die Produzenten, der Handel und besonders der Verbraucher zu tun hat. (mehr …)